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Projektziele

Das Ziel des Tierschutzplans Niedersachsen ist es, gesellschaftlich akzeptierte und von der Tierhalterin und dem Tierhalter leistbare Haltungsbedingungen für Nutztiere zu etablieren. Er will das Tierwohl belegbar gewährleisten und das Vertrauen der Verbraucherin und des Verbrauchers in die so erzeugten Lebensmittel stärken.

Das vorrangige Ziel sind tiergerechte Haltungsbedingungen zum Wohle der Nutztiere. Deshalb werden tierschutzfachliche Kritikpunkte an den derzeitigen Nutztierhaltungen identifiziert. Innerhalb festgelegter Zeithorizonte sollen Haltungsbedingungen optimiert und unter Berücksichtigung des aktuellen Erkenntnisstands der Wissenschaft und der Technik erprobt, praxistauglich aufgearbeitet und umgesetzt werden.

Insgesamt umfasst der Tierschutzplan für 12 Tierarten bzw. Nutzungsgruppen rund 40 tierschutzrelevante Schwerpunktthemen.

Tierartübergreifend werden vier Themenkomplexe bearbeitet:

  1. Der Verzicht auf routinemäßige, nicht kurative Eingriffe
    Hierzu gehören beispielsweise schmerzhafte Eingriffe wie das Kupieren des Schwanzes bei Schweinen oder das Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten. Diese Eingriffe werden vorgenommen, weil es bei den Tieren zu Verhaltensanomalien kommt wie Schwanzbeißen bzw. gegenseitiges Bepicken. Sie werden in der Regel durch suboptimale Haltungsbedingungen begünstigt (u. a. eine Aufzucht der Jungtiere, die sich nur am Minimum der gesetzlichen Vorgaben orientiert, fehlendes Beschäftigungsmaterial, mangelhaftes Klima, unzureichende Fütterung). Diese Haltungsbedingungen fördern nicht das Ausleben natürlicher Verhaltensweisen. In diesem Zusammenhang ist der nächste Themenkomplex von großer Bedeutung.
  2. Die Optimierung von Management und Haltungsbedingungen
    Den Tierhalterinnen und Tierhaltern werden Empfehlungen und Hinweise zur Verfügung gestellt, die es ihnen ermöglichen, auf die oben genannten Eingriffe zu verzichten, ohne dass es zu erhöhten Tierverlusten kommt. Die Weitergabe von geeigneten Praxisbeispielen („Lernen von den Besten“) ist für die Erarbeitung der Empfehlungen von zentraler Bedeutung.
    Weitere Themenkomplexe sind
  3. Die Zucht auf höhere Gesamtvitalität sowie
  4. Die Etablierung von Tierschutzindikatoren
    Die Festlegung von entsprechenden Merkmalen, die Rückschlüsse auf die Tiergesundheit und die Tierhaltungsbedingungen zulassen, dient zum Beispiel der betrieblichen Eigenkontrolle. Verbesserungspotential kann so erkannt und falls erforderlich auch eine gezielte Beratung vorgenommen werden. Tierschutzindikatoren ermöglichen ebenfalls eine risikoorientierte Überwachung von Tierhaltungen (tierorientiert und gezielt statt zufallsbedingt).