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Masthühner

Ursprung:
Als Masthühner werden Hühner beiderlei Geschlechts (weibliche Hennen und männliche Hähne) aus Zuchtlinien bezeichnet, die sich durch schnelle Zunahmen, gute Schlachtgewichte und vorteilhafte Ausprägung der Teilstücke auszeichnen.

Das Haushuhn stammt von dem Bankivahuhn ab, ein in Südostasien beheimatetes Wildhuhn, das vor ca. 5.000 Jahren domestiziert wurde. Mittlerweile werden allein in Europa mehr als 180 Rassen und Farbschläge unterschieden.

Verhalten:
Verhaltensstörungen der Masthühner, wie Federpicken und Kannibalismus, treten nicht auf.

Die Verhaltensweisen von Haus- und Wildhuhn sind sehr ähnlich. Hühner bevorzugen möglichst hochgelegene Schlafplätze, d. h. im natürlichen Umfeld schlafen sie auf Bäumen. Typisch ist das Scharren der Füße auf dem Boden bei der Nahrungssuche. Freigelegte Nahrung wird durch Picken mit dem Schnabel ausgewählt und aufgenommen. Das Sozialverhalten ist durch eine im Verhältnis zu anderen Tieren flexible „Hackordnung“ gekennzeichnet.

Aktuelle Nutzungs-/Haltungsbedingungen:
In der Mast werden die Masthühner vorwiegend in der Bodenhaltung aufgezogen und gemästet. Anders als Legehennen werden die Tiere gemischtgeschlechtlich aufgezogen. Die Tiere wachsen schnell und erreichen ihr Mastendgewicht von ca. 1,5 kg bereits nach 32-38 Tagen noch vor der Geschlechtsreife.

Um Rangordnungskämpfe zu vermeiden, sollten Sitzstangen in gleicher Höhe angebracht werden und auch Körnerfutter breitflächig gestreut werden. Das Sandbaden ist ein Element der ausgiebigen Gefiederpflege, für die meistens der Schnabel genutzt wird.

Themen des Tierschutzplans Niedersachsen:

NOTIZEN

Im Jahr 2013 gab es einen Bestand von
64,358 Millionen Masthühner inkl. -hähne in Niedersachsen!

  • Prädisposition für Gesundheitsstörungen

    In der Masthühnerhaltung werden vorwiegend schnell wachsende Linien eingesetzt. Durch züchterischen Fortschritt erreicht ein Masthuhn (Broiler) ein Körpergewicht von 2 kg in weniger als 5 Wochen. Die in der Vergangenheit primär auf schnelles Wachstum (gute Tageszunahmen) bei günstiger Futterverwertung ausgerichtete Zucht ist u. a. Ursache für verschiedene Skeletterkrankungen bzw. Beinprobleme sowie Stoffwechselstörungen.

    Ziel: Ausrichtung der Züchtung auf eine verbesserte Gesamtvitalität.

    Sachstand: Abstimmung mit Zuchtunternehmen.

  • Management, Stallklima, Besatzdichte

    Die heute übliche intensive Masthühnerhaltung stellt sehr hohe Anforderungen an die Ausstattung der Betriebe (z. B. Lüftung, Heizung, Klimasteuerung) sowie das Management und die Sachkunde der Tierhalterinnen und Tierhalter bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Die Tiere werden entweder in Kurzmast (< 1600 g) oder im sogenannten „Splittingverfahren" z. T. auch länger und schwerer gemästet. Zu hohe Luftfeuchte mit Kondenswasserbildung, falsche Futterzusammensetzung, schlecht gewartete Tränken, mangelhafte Einstreupflege oder Durchfallerkrankungen der Tiere können ursächlich für eine feuchte oder verkrustete Einstreu sein. Der Kontakt mit der feuchten Einstreu kann zu sogenannten Kontaktdermatitiden (Brustblasen oder Fußballenveränderungen) bei den Masthühnern führen. Anhand der Läsionen im Fußballenbereich können Rückschlüsse auf die Haltungsbedingungen und die Tiergesundheit gezogen werden. Feuchte Einstreu ist ein Hinweisgeber auf ein schlechtes Stallklima (beispielsweise zu viel Feuchtigkeit in der Luft), Stallmanagement (z. B. zu wenig oder schlechte Einstreu) oder Erkrankungen der Tiere (flüssigerer Kot als üblich, Durchfall). Die Fußballen der Tiere sind gegenüber feuchter bzw. schlechter Einstreu sehr empfindlich und reagieren mit Entzündungen, Verletzungen oder Veränderungen auf die o. g. Faktoren. Die Fußballen können zentral am Schlachthof untersucht und klassifiziert werden und lassen sich dem jeweiligen Erzeugerbetrieb zuordnen. Deshalb dienen sie als sicherer Hinweisgeber (sog. Indikator) für das Tierwohl im Stall.

    Ziel: Eine Besatzdichte in Abhängigkeit vom Management und der Betriebsausstattung unter Nutzung von Tierschutzindikatoren (z. B. Fußballengesundheit, Therapiehäufigkeitsindex).

    Sachstand: Ausführungen mit Hinweisen zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) einschließlich Managementhinweisen befinden sich in der Erprobung. Anforderungen an die Haltung von Masthühnerelterntieren werden derzeit erarbeitet.

  • Stallanlage

    Die zumeist geschlossenen Ställe (Hallen) sind abgesehen von den sie durchziehenden Tränkelinien und Futterbahnen strukturlos (keine Sitzstangen, Pickmöglichkeiten etc.). Die Haltung erfolgt auf Einstreu als Bodenhaltung.

    Ziel: Deutlichere Trennung der Ställe in Ruhe- und Aktivitätsbereich, Einrichtung von Rückzugsmöglichkeiten, erhöhte Ebenen.

    Sachstand: Wirtschaftsseitige Erprobung zusätzlicher Strukturen (z. B. erhöhte Ebenen) .

  • Haltung von Masthühnerelterntieren

    Die Haltung von Masthühnerelterntieren ist bisher weder auf EU- noch auf Bundesebene spezialgesetzlich geregelt.

    Ziel: Ergänzung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) um einen Abschnitt „Anforderungen an die Haltung von Masthühnerelterntieren".

    Sachstand: Im Rahmen des Tierschutzplans erarbeitet die zuständige Facharbeitsgruppe Anforderungen an die Haltung der Masthühnerelterntiere, die anschließend auch in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) eingebracht werden sollen. Bei den Anforderungen geht es u. a. um die Themen Tageslichteinfall, Nutzung von Sitzstangen und erhöhten Ebenen, Besatzdichte und Fütterung der Tiere.

  • Verladung

    Tierschutzgerechter Umgang mit den Tieren beim Greifen und bei der Verladung von Masthühnern in Transportbehältnisse.

    Ziel: Siehe oben.

    Sachstand: Kontinuierlich werden Schulungen des Verladepersonals durchgeführt. Zudem wurden „Leitlinien zum Verladen von Masthühnern und Masthühnerelterntieren“ erarbeitet.